Was sich sonst noch so tut

Artikel in der ADZ am 6. Juli 2010

Es geht an die Substanz
Über die chronischen Leiden unseres Gesundheitswesens / Von Balthasar Waitz

Nicht zu glauben, doch man gewöhnt sich auch an schlechte Nachrichten. Wenn jemand vor einigen Jahren vom möglichen Bankrott unseres Landes gesprochen hätte, wäre er von aller Welt als Nostalgiker des Ceausescu-Regimes, als Spinner oder als Schwarzmaler verdonnert worden. So trist es auch ist, jetzt pfeifen schon die Spatzen die Hiobsbotschaften vom Dach. Steigende Arbeitslosigkeit, erhöhte Steuern, reduzierte Löhne, nervöse, unpopuläre Eilverordnungen, Massenproteste, eine tiefe Kluft zwischen Regierung und Volk ergänzen das Gesamtbild. Alles deutet auf schwierige Zeiten, eine allgemeine Verarmung, wachsende Hoffnungs- und Ratlosigkeit mit all ihren Folgen und Randerscheinungen für die Bevölkerung hin.

Pillen für chronische Leiden?

Ein beredtes Beispiel unserer kranken Gesellschaft gibt wohl das marode rumänische Gesundheitswesen mit all seinen chronischen Leiden ab. Das System, das noch immer viele Altlasten mit sich schleppt und schon seit Jahren eine grundlegende Reform dringend nötig hätte, steht immer wieder kurz vor dem Kollaps, der dann zum Glück in zwölfter Stunde vermieden werden kann.

Die ständige Kürzung der Haushaltsgelder für das Gesundheitswesen führt immer mehr zur Unterbezahlung des Personals, zu chronischem Personalmangel, zu schlechten Dienstleistungen und zu Korruption. Hinzu kommen die Verteuerung der Arzneimittel, die vorprogrammierten Konflikte zwischen Hausärzten, Apothekern und der Krankenkasse. Letztlich sind die Patienten jene, die am meisten darunter zu leiden haben.

In vielen Krankenhäusern fehlen über längere Zeitspannen die nötigsten Arzneimittel, die Patienten müssen sich diese selbst beschaffen. Wegen der zum Teil unwürdigen Bedingungen würden die meisten Kranken lieber in ihrem eigenen Bett zu Hause behandelt werden. Das ratlose Gesundheitsministerium trifft Maßnahme um Maßnahme, deren Folgen nicht abzusehen sind. Derzeit läuft landesweit im Rahmen der sogenannten Dezentralisierung eine Großaktion zur Übergabe der zum Großteil heruntergewirtschafteten und hochverschuldeten Krankenhäuser an die Lokalverwaltungen. Im Prinzip eine gute Entscheidung, doch… Wie werden es die Kommunalverwaltungen, die große Löcher in ihren Haushaltssäckeln haben und kaum mehr die Gehälter ihrer eigenen Beamten begleichen können, wohl schaffen, monatlich für die hohen Verwaltungskosten der Spitäler aufkommen zu können?

Eine andere schon zu Jahresbeginn gestartete Großaktion des Gesundheitsministeriums betrifft die komplexe Kontrolle der zu hohen Ausgaben: Kontrolliert werden alle Kranken- und Behindertenrenten, deren Zahl wie jene der Sozialhilfeempfänger in unserem Land in den letzten Jahren, laut den Statistiken des Ministeriums, unnatürlich und unmäßig angewachsen sind. In manchen Landeskreisen sei es in diesem Bereich zu einem unhaltbaren „Unwesen“ gekommen, heißt es.

„Krankenurlaubspolizei“ vor der Tür!

Einer Kontrolle auf Landesebene werden schon seit Monaten auch die Krankenurlaube unterzogen. Das geschieht zur offenen Unzufriedenheit der Hausärzte und zum Leidwesen der Patienten. Das Gesundheitsministerium hofft jedoch, durch diese unpopulären aber nötigen Maßnahmen dem Budget erneut beträchtliche Summen zurückzuführen.

Laut Gesundheitsminister Attila Cseke wurden 2009 sechs Prozent des Fonds der Krankenversicherung für die Bezahlung von Krankenurlauben ausgegeben.
Wenn diese Summe 2006 noch 482 Millionen Lei ausmachte, so erreichte sie 2009 mit 923 Millionen Lei schon das Doppelte. In manchen Kreisen, wie Kreis Neam] oder Olt, vervierfachte sich diese Summe. Insgesamt wurden im Vorjahr bei einer Gesamtzahl von fünf Millionen Arbeitnehmern insgesamt 2.700.000 Personen Krankenurlaub gewährt.

Einer der anvisierten Landeskreise ist auch der Kreis Temesch/Timis, da hier die Zahl der gewährten Krankenurlaube von Jahr zu Jahr beträchtlich angestiegen war. Im Jahr 2008 wurden im Kreis Temesch – der Kreis verzeichnete eine aktive Bevölkerung von 320.000 Personen – über 160.000 Krankenurlaube gewährt. Das heißt: Die Hälfte des beschäftigten Personals genoss ein- oder mehrmals im Jahr Krankenurlaub. Im Vorjahr wuchs diese Zahl bis zu 198.048 an. Laut der Temescher Krankenkasse wurden in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres über 44.000 Krankenurlaube verzeichnet.

Bei dieser landesweiten Kontrolle wurde bei einem Fünftel der überprüften Hausärzte Unregelmäßigkeiten in der Gewährung des gesetzlichen Krankenurlaubs entdeckt: 336 von den 1540 Hausärzten mussten Geldstrafen begleichen. In den meisten Fällen fehlten die nötigen Anlagen bzw. die Erklärung über den Ort der Untersuchung des Patienten, die Beweise für die Begleichung der Versicherung oder die Bestätigungen des Arbeitgebers. In Sachen Geldstrafen hält der Kreis Temesch dabei die Spitze: In einer ersten Phase erhielten sechs Hausärzte eine Geldstrafe von 11.000 Lei, in einer zweiten Phase mussten 16 Ärzte von insgesamt 26 gar insgesamt 72.500 Lei Geldstrafe bezahlen.

Die Kontrollen führten zu starken Protesten bei den Hausärzten. Vor allem wurde von diesen die Ungesetzmäßigkeit der Kontrollen beanstandet: Die von den Ärzten zu befolgenden Normen wären nämlich noch nicht Gesetz, da sie noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht wären. Proteste gab es aber auch wegen der ungewöhnlichen Höhe der Geldstrafen. Laut Claudia Iftode, der Vizevorsitzenden des Temescher Verbandes der Hausärzte, hatten die bestraften Hausärzte durchschnittlich Geldstrafen von über 5000 Lei zu bezahlen, obwohl deren durchschnittliches Monatseinkommen kaum 4500 Lei übersteigt.

Die wirklichen Leidtragenden dieser Überprüfungen könnten wieder-um letztlich die Bürger, leidende und hilfsbedürftige Personen sein. Nicht genug, dass das Verhältnis zwischen Patient und Hausarzt gestört wird. Als zusätzlicher psychischer Terror und unwürdig für viele Patienten erscheinen vor allem die allzu sehr an den Polizeistaat erinnernden Prozeduren der Überprüfung der Patienten durch die sogenannte „Krankenurlaubspolizei“. Diese Befugnisse erhielten durch die Eilverordnung der Regierung nämlich Vertreter der Arbeitgeber und die Polizei. Dass derartige Maßnahmen wenig fruchten und zudem noch leicht zu Übergriffen führen können, hat man wohl in aller Eile außer Acht gelassen.

Dankeschön für die Saison 2009 / 2010

Winterhilfe im Kirchenbezirk Hermannstadt
Auch im Alter sollen Menschen nicht frieren oder hungern
www.winterhilfe.info

Projektträger: Evangelisches Bezirkskonsistorium A. B. Hermannstadt
RO – 550182 Sibiu / Hermannstadt, Piata Huet Nr. 4
Tel. / Fax: 0040 – 269 – 210533
Koordination: Pfarrer R. Boltres, Diakonieausschuss
Diakonin Petra Stöckmann – Kothen
Initiatorin des Projektes

Hermannstadt im Juni 2010
Liebe Freunde und Spender des Projektes Winterhilfe,

endlich ist es warm geworden, die Sonne schickt ihre Strahlen und erfreut unsere Herzen. Wir durften mit Ihrer Hilfe wieder eine Saison der Winterhilfe abschließen und sagen mit diesem Brief ein herzliches DANKESCHÖN! Alle Empfänger und ebenso auch die Helferinnen danken Ihnen und grüßen Sie alle recht herzlich! Einige Grüße lesen Sie dann wieder im hinteren Teil dieses Briefes!
Immer wieder bekamen wir von Ihnen Spenden, das hat uns viel Mut gemacht. Wir konnten den Empfängerinnen und Empfängern so dann auch immer wieder zusichern, dass das Geld reicht. Auch jetzt haben wir noch Geld, so dass wir auch über den Sommer für Medikamente Unterstützungen geben können. Das tut so unendlich gut und gibt unseren evangelischen Gemeindegliedern eine große Zuversicht, dass sie nicht vergessen sind.

Wie ich Ihnen im Dezember mitgeteilt hatte, waren 103 Personen auf unserer Liste, diese Zahl war auch in dieser Saison konstant, in Euro belief sich die dafür benötigte Summe pro Monat bei ca. 2.500 Euro, dank eines relativ „günstigen“ Wechselkurses. Für Medikamente waren pro Monat 200 bis 300 Euro nötig.
Der Winter war so für unsere Rentnerinnen und Rentner recht gut zu ertragen, die Energiepreise blieben wirklich stabil, die Temperaturen waren im normalen Bereich und die Erhöhung der Renten halfen wirklich ein Stückchen weiter. Auch dafür sind wir sehr dankbar.

Allerdings wird sich das alles über den Sommer ändern. Die Energie wird wieder teurer – das wurde uns in den letzten Tagen angekündigt. Was aber viel schlimmer ist, ist, dass aufgrund der hohen Staatsverschuldung Rumäniens, ab Juli alle Renten um 15% gekürzt werden, ebenso auch die Sozialhilfe, Kindergeld… Wenn es „gut“ geht, bleibt die Mindestrente bei 350 Lei (z. Zt. ca. 80 €) Jetzt geht die Angst um. Vor allem die Rentner, die schon jetzt nicht genug zum Leben haben, machen sich große Sorgen! Auch im Gesundheitswesen wird es zu weiteren drastischen Kürzungen kommen.
Sie sehen also, es wird weitere Winter geben, in denen wir die Winterhilfe benötigen, vielleicht dringender als je zuvor. Noch kann man nicht abschätzen, wie diese ganzen Kürzungen sich auswirken, aber dass es härter wird, davon müssen wir ausgehen.
Leider behalten alle die Vorhersagen Recht, die uns prophezeit haben, dass es mit dem EU – Beitritt erst einmal sehr viel schlechter für die Bevölkerung wird. Und hier findet man die Hauptursache auch nicht in der Wirtschaftskrise, sondern eher in den Versprechungen vor den Wahlen vom Wohlstand und blühender Wirtschaft oder sonstigen Wahlgeschenken.
Aber nichts desto trotz werden wir weiter alles dafür tun, dass die uns anvertrauten Rentnerinnen und Rentner weder hungern noch frieren müssen – DANKE, dass Sie uns dabei helfen!

Hier nun die Grüße, zunächst die, die über die Helferinnen verfasst wurden:
Liebe Spender, für die Winterhilfe wollen alle Empfänger recht von Herzen danken. Allen die beste Gesundheit und alle guten Wünsche. Der Winter war kalt und alle haben sich daran gewärmt, dass es Hilfe gab. Die besten Grüße aus dem Dörfern Mergeln und Schönberg – für die alten und kranken Gemeindeglieder, Katharina L.
An die lieben Spender! Dem Herrn sei Dank es gibt noch Menschen mit großen offenen Herzen. Darum möchten wir Ihnen herzlichen Dank sagen für all Eure Liebe, die Sie an uns alten Leuten erwiesen haben. Der Herr möge Sie reichlich segnen und belohnen, der Herr weiß wie und auf welche Art. Mit herzlichen Grüßen aus Burgberg, Rothberg, Neudorf und Thalheim. Dagmar D.
So wie versprochen wende ich mich an Sie mit einem großen Dankeschön im Namen aller Großschenker und Kleinschenker, die durch Ihr Einsetzen bei allen Spendern, unseren Notfällen so viel helfen. Ich bin in diesem Bereich nur seit einem guten Jahr tätig und konnte mit Erstaunen feststellen dass tatsächlich in unseren Gemeinden Menschen leben, die auf diese Winterhilfen angewiesen sind und sich sehr freuen wenn ich sie besuche und ihnen die Unterstützung übergebe. Ebenfalls vielen Dank an alle Spender und auch Ihnen für die Unterstützung bei den Medikamenten. Möge der liebe Gott Ihnen die nötige Kraft geben um noch viele Jahre so aktiv tätig zu sein. Mit herzlichen Grüssen aus Großschenk, Friederike P.
Ein Brief erreichte uns auch direkt von einer Empfängerin, die hier in Hermannstadt lebt. Sie schreibt an das Bezirkskonsistorium, meint aber ja in erster Linie Sie, liebe Spender:
Sehr geehrte Mitglieder, mein Name ist Anneliese Kauntz, ich bin 88 Jahre als und habe eine kleine Rente. Hiermit möchte ich mich für die geldliche Unterstützung, welche ich schon seit mehreren Jahren in den Wintermonaten über das Bezirkskonsistorium erhalten habe, bedanken. Den Spendern, den Angestellten und all denen, die bei der Beschaffung und Austeilung der „Winterhilfe“ behilflich sind, wünsche ich vor allem Gesundheit, Glück und Zufriedenheit. Der liebe Gott segne Sie und möge Ihnen all Ihre Wünsche erfüllen. Nochmals vielen Dank und herzliche Grüße. Anneliese Kauntz

Wie bereits im letzten Brief angekündigt, werde ich im Herbst, wohl die ersten Tage im November, gerne wieder von unserem Projekt in Ihren Gemeinden und Vereinen berichten. Einige haben sich schon gemeldet, noch sind keine festen Termine abgemacht, es besteht also noch die Möglichkeit, dass ich auch bei Ihnen einen Vortrag halten kann. Bitte melden Sie sich, die genauen Orte und Tage werde ich dann im nächsten Brief mitteilen. Ich freue mich darauf, viele wieder persönlich zu treffen.
Kommen Sie nun gut über den Sommer, bleiben Sie fröhlich und gesund, der dreieinige Gott segne Sie reichlich und vergelte Ihnen Ihre Unterstützung ebenso reichlich!

Mit freundlichen Grüßen – im Namen des gesamten Diakonieausschusses
Petra Stöckmann – Kothen
Initiatorin des Projektes
Petra.stoeckmann@kothen.com

Spenden über: Evangelische Kirchengemeinde Obertshausen – Hausen, Stiftung Lebenswerte
Bank: Volksbank Maingau e. G. Konto – Nr. 97390 BLZ: 505 613 15 Stichwort: Rumänien, Winterhilfe
ACHTUNG: Alle anderen Konten aus Obertshausen sind NICHT mehr aktuell, bitte beachten!
Post: z. Hd. Roland Brosio, Mühlstr. 24, 63179 Obertshausen
Oder: Diakonisches Werk Mönchengladbach e.V. Siebenbürgenhilfe, Bank: Stadtsparkasse Mönchengladbach
Konto – Nr. 213 934 BLZ: 310 500 00 Stichwort: Winterhilfe, Hermannstadt
Post: z. Hd. Ilse Harff, Ludwig – Weber – Str. 13, 41061 Mönchengladbach
Dazu geht auch wieder die Bitte, dass Sie uns Ihre Adressen zukommen lassen, da die Banken diese nicht immer ganz angeben. Sollten also Spendenbescheinigungen Anfang des Jahres nicht ankommen, wenden Sie sich bitte an uns oder direkt an die Stelle, der Sie das Geld überwiesen haben. Ganz herzlichen DANK!

Und wer sieht die Kranken?

Hausärzte wollen einen besseren Rahmenvertrag
Druckmittel: Keine Rezepte für Gratis-Medikamente

Am Sonnabend vor Ostern las ich folgenden Artikel, nachdem ja schon vorher immer wieder die Apotheken kaum genügend von der Krankenkasse finanzierte Medikamente abgeben konnten, wird dies nun auch noch von den Hausärzten unterstützt. Und was machen die Menschen, die kaum sonst mit ihrem Geld – vor allem die Rentner – ihr Leben bestreiten können? Wieder eine neue Art der Sterbehilfe, denn wer sich die notwendigen Medikamente nicht selber bezahlen kann, kann ja dafür früher sterben – oder????

>> Bukarest (Mediafax/ADZ) – Als eine Form des Protestes haben die Hausärzte beschlossen, die Patienten zwar zu untersuchen, sie werden auch die notwendigen Medikamente verschreiben, aber keine Rezepte für Arzneimittel mehr ausstellen, deren Kosten ganz oder zum Teil von der Krankenversicherungskasse übernommen werden. Ebenso werden sie den Patienten keine Empfehlungen für einen Facharzt aushändigen. Auch Krankenurlaub wird nicht mehr verschrieben.

Die Hausärzte sind mit den Normen des Rahmenvertrags für den ärztlichen Beistand 2010 unzufrieden. Durch diesen Vertrag würde das Budget für die medizinische Grundversorgung um 40 Prozent herabgesetzt. Bei der Ausarbeitung dieses Vertrags durch die Krankenversicherungskasse (CNAS) habe man sich mit den Hausärzten nicht beraten, sie werden den Vertrag nicht unterschreiben. Die Hausärzte sind der Meinung, dass sie für die Finanzierung ihrer Praxis 10.000 Lei benötigen, und nicht bloß 4200 Lei, wie das jetzt der Fall ist.

Gesundheitsminister Attila Cseke erklärte dazu, dass das Vorgehen der Hausärzte ungerechtfertigt sei, sie würden bloß die Gesundheit ihrer Patienten schädigen. Es ginge nicht an, dass wegen einem Konflikt zwischen Institutionen wieder die Bürger leiden. Der Rahmenvertrag für die Hausärzte sei bis zum 31. März 2010 gültig gewesen und werde automatisch verlängert.<<

Und, außer nette Erklärungen abgeben, was wird der Minister sonst machen??? Wir sind gespannt!

Dezember 2009

Winterhilfe im Kirchenbezirk Hermannstadt
Auch im Alter sollen Menschen nicht frieren oder hungern
www.winterhilfe.info

Projektträger: Evangelisches Bezirkskonsistorium A. B. Hermannstadt
RO – 550182 Sibiu / Hermannstadt, Piata Huet Nr. 4
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Koordination: Pfarrer R. Boltres, Diakonieausschuss
Diakonin Petra Stöckmann – Kothen
Initiatorin des Projektes

Hermannstadt im Dezember 2009

Liebe Freunde und Spender des Projektes Winterhilfe,

inzwischen ist der Winter wieder im Anmarsch, die Temperaturen sinken unter den Gefrierpunkt und wir haben die neue Saison der Winterhilfe begonnen. Wir danken Gott für einen schönen milden Herbst und dafür, dass es noch keine großen Schneemassen gegeben hat. So halten sich die Energiekosten noch einigermaßen gering und unsere Rentnerinnen und Rentner sparen, ohne zu frieren.

Dank Ihrer Spenden dürfen wir getrost auch in diesem Jahr den Rentnerinnen und Rentner des Evangelischen Kirchenbezirkes die Unterstützung durch das Projekt „Winterhilfe“ anbieten. So starten wir diesen Winter zunächst mit 103 Personen diesen neuen Abschnitt des Projektes für 2009 / 2010.
Wir sind wirklich sehr, sehr dankbar, dass auch über den Sommer immer wieder Zeichen der Verbundenheit in Form von weiteren Spenden von Ihnen zu uns kamen, so dass wir großen Mut daraus schöpften und auch in diesem Winter eine Unterstützung in Höhe von 100 Lei pro Person (z. Zt. ca. 24,– €) jeden Monat anbieten. Der Wechselkurs Euro – Lei hat sich für uns im vergangenen Jahr sehr positiv entwickelt, so dass wir mit Ihren Spenden viel mehr helfen können, als noch vor einem Jahr!

Zu unser aller Freude wurden ja im vergangenen Jahr die Renten wirklich angepasst, so dass einige unserer früheren Empfänger ohne unsere Unterstützung zurecht kamen. Außerdem sollten die Energiepreise stabil bleiben (wir werden sehen, ob es dabei bleibt), so dass es in diesem Winter auch positive Signale gibt und sich die Not im laufe des Winters hoffentlich nicht steigert. Aber wir bleiben offen für weitere Fälle, sollten die Helferinnen mit der Bitte um Unterstützung für andere Gemeindeglieder an uns herantreten.
Ganz anders sieht es aber leider in der medizinischen Versorgung aus. Viele chronisch Kranke (Diabetes, Herzkranke, usw.) bekommen ihre Medikamente nicht mehr von der Krankenkasse finanziert, weil angeblich nicht genügend Geld vorhanden sein soll. Hier sind wir schon im laufe des Sommers vermehrt eingestiegen und haben vielen Empfängern der Winterhilfe und anderen Rentnern über den Sommer mit der Finanzierung der Medikamente geholfen. Für die Beschaffung von Medikamenten haben wir pro Monat ca. 300 Euro eingesetzt, ich gehe davon aus, dass diese Summe auch in den nächsten Monaten benötigt werden wird.
Wir sind aber auch hierbei der getrosten Zuversicht, dass wir diesen Bitten weiterhin nachkommen können und wir auch in diesem Winter die Unterstützung für jede bedürftige Rentnerin und jeden bedürftigen Rentner bis zum Mai auszahlen können.
Neben der Unterstützung für Medikamente haben wir für die Helferinnen auch in diesem Herbst wieder eine Grippeschutzimpfung angeboten. Es gab zunächst nur ausländische Präparate, die sehr teuer waren. Ab Mitte November gab es inländischen Impfstoff dann aber zum Glück auch wieder für alle Rentner gratis bei den Hausärzten, so dass für alle Empfänger der Winterhilfe gesorgt ist.

Wir haben jetzt das Geld noch nicht zusammen, aber wir vertrauen auch in diesem Jahr darauf, dass unser Vater im Himmel weiter für uns sorgen wird und sind sicher, dass Sie uns auch in den nächsten Monaten nicht im Stich lassen werden, damit wir das Motto unseres Projektes auch in der Saison 2009 / 2010 aufrecht erhalten können:

Auch im Alter sollen Menschen nicht frieren oder hungern

Im Vertrauen darauf, dass unser Vater im Himmel Ihnen Ihre Spenden reichlich vergelten wird, verbleibe ich mit den besten Wünsche für Sie und der Hoffung, dass Sie uns treu bleiben – auch im Namen der Empfänger und Mitarbeiter des Diakonieausschusses, ja des ganzen Kirchenbezirkes Hermannstadt! Zehn Jahre haben Sie uns unterstützt, denn wir gehen mit diesem Projekt ja jetzt ins schon ins elfte Jahr. Leider ist es immer noch sehr nötig und wichtig, denn wenn die Zahl der Bedürftigen auch nicht mehr steigt, so sind diese 103 doch sehr darauf angewiesen, dass wir ihnen helfen.
Viele von Ihnen unterstützen uns seit dem Beginn dieses Projektes, im Herbst 1999. Wir sind Ihnen für diese Treue unendlich dankbar und freuen uns sehr an Ihnen, als unsere Freunde und Partner! Sie dürfen sicher sein, dass die Empfänger Ihrer dankbar im Gebet gedenken!

Im nächsten Herbst würde ich gerne wieder eine Besuchsreise nach Deutschland machen und gerne bei Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender, persönlich vom Projekt berichten. Sollten Sie und Ihre Gemeinden / Vereine Interesse haben, melden Sie sich bitte, dann können wir rechtzeitig die Reise planen und vorbereiten.

So bleibt mir zum Schluss noch eines: Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Adventszeit und ein fröhliches Weihnachtsfest. Mögen Sie auch im kommenden Jahr gesegnet sein und es behütet erleben!

Mit freundlichen Grüßen
Petra Stöckmann – Kothen
Initiatorin des Projektes

Spenden über: Evangelische Kirchengemeinde Obertshausen – Hausen, Stiftung Lebenswerte
Bank: Volksbank Maingau e. G. Konto – Nr. 97390 BLZ: 505 613 15 Stichwort: Rumänien, Winterhilfe
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Oder: Diakonisches Werk Mönchengladbach e.V. Siebenbürgenhilfe, Bank: Stadtsparkasse Mönchengladbach
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Dazu geht auch wieder die Bitte, dass Sie uns Ihre Adressen zukommen lassen, da die Banken diese nicht immer ganz angeben. Sollten also Spendenbescheinigungen Anfang des Jahres nicht ankommen, wenden Sie sich bitte an uns oder direkt an die Stelle, der Sie das Geld überwiesen haben. Ganz herzlichen DANK!

Sozialhilfe

„România libera“ v. 16.07.2009

S. 11 Rumänien: Sozialschutz für Inhaber von Geländewagen: die soziale Entwicklung nach der
Wende 1989: vor 1989: Renten stellten 80 % des letzten Gehalts dar, es gab keine Arbeitslosigkeit,
Vagabondage wurde strafrechtlich belangt, Mütter mit vielen Kindern erhielten Sonderzuschlag in
Höhe von mehreren Monatsgehältern: Beispiel: Mutter mit vier Kinder: 2.000,-Lei Zuschlag im
Monat, Mütter mit über 10 Kinder: 5.000,-Lei, Monatsgehälter der Arbeiter waren zwischen 1.500 –
1.800,-Lei; Paradox nach der Wende: Zahl der Armen ist jährlich zurückgegangen, aber Anzahl der
Sozialschutzempfänger ist jährlich gestiegen: 2008: 11 Mio. Rumänen erhielten sozialen Schutz
vom rumänischen Staat; Präsident Basescu erklärte öffentlich, soziale Gelder werden vergeudet:
Hilfe für Heizung auch für Inhaber von Geländewagen, längsten und gut bezahlte
Mutterschutzzeiten europaweit; nicht-Regierungs-Organisationen forderten Überprüfung der
staatlichen Ausgaben und Änderung der Gesetzgebung

Meine Meinung:
Änderung der Gesetzgebung – wegen mir, aber vor allem eine andere Einstellung der Beamten zu den Antragstellern und eine Überprüfung der Bedingungen, um an das Geld zu kommen. Dass nun auf die gezeigt wird, die sich auskennen und die Bedingungen erfüllen, um an das Geld zu kommen, hilft den Bedürftigen überhaupt nicht. Denn, mit anderen Worten, wir sollten auch Heizungszuschlag beantragen 🙂 wir erfüllen viele der Bedingungen und können es uns auch leisten, täglich anzustehen, um den Antrag abzugeben. Um die Gelder zu bekommen, muss man lange anstehen, viele Zettel ausfüllen und das alles mindestens drei mal pro Monat – weil jedes mal was anders noch zu fehlen schein… die zuständigen Sachbearbeiter übersehen so was nicht beim ersten Mal. Wen wundert es, wenn die wirklich bedürftigen es nicht machen? Dazu die Vorgaben, die können nur Menschen wie wir erfüllen – sprich, eigenes Haus oder offiziellen Mietvertrag…
Aber wenn sich nun der Herr Basescu selber einschaltet, dann kann es ja nur besser werden 🙂

Eine „interessante“ Nachricht für die Zukunft der Menschen im Land…

Zeitungsnachrichten


Eine "interessante" Nachricht für die Zukunft der Menschen im Land…

„România libera“ v. 24.06.2009
S. 9 Ohne radikale Kürzung der öffentlichen Kosten wird es dem rumänischen Staat in Kürze
unmöglich sein, die Rechnung für den sozialen Bereich zu begleichen: die jetzige Prognose sieht
einen Defizit des rumänischen Rentensystems von 8,-Milliarden Lei/1,5 % des BIP im Jahr 2009
vor; infolge des Anstiegs der Arbeitslosigkeit ist die Anzahl der Arbeitnehmer unterhalb der Anzahl
der Rentner; Fachleute überlegen Anhebung einiger Steuern

… hauptsache, es kommt nicht zu Rentenkürzungen, nachdem wir uns über die besseren Aussichten gefreut hatten.

Danke 06.09

Winterhilfe im Kirchenbezirk Hermannstadt
Auch im Alter sollen Menschen nicht frieren oder hungern
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Projektträger: Evangelisches Bezirkskonsistorium A. B. Hermannstadt
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Diakonin Petra Stöckmann – Kothen
Initiatorin des Projektes

Hermannstadt im Juni 2009

Liebe Freunde und Spender des Projektes Winterhilfe,

auch in diesem Winter durften wir mit Ihrer Hilfe eine Saison der Winterhilfe abschließen und vielen Rentnerinnen und Rentnern eine Unterstützung für die Wohnnebenkosten geben.
Wieder darf ich Ihnen von der großen Dankbarkeit berichten, von der Freude und Erleichterung, die Sie diesen Menschen gemacht haben und Ihnen die besten Grüße und Wünsche weiterleiten.
Wie im Herbst mitgeteilt, begannen wir mit 109 Personen, erstmals kamen im Laufe des Winters keine weiteren dazu, sondern eine Person konnte sogar gestrichen werden. Das liegt natürlich vor allem daran, dass, wie ich Ihnen im November berichtete, die Renten wirklich angehoben wurden. Wir dürfen Gott danken, dass endlich die Not der Rentner auch auf diesem Wege ein wenig gemildert wurde und endlich die vielen Arbeitsjahre anerkannt und gewürdigt werden. Trotzdem bleibt die Winterhilfe ein nötiges Projekt, denn gibt es noch immer über 100 Personen, die diese Unterstützung nötig haben. Sei es, weil die Rente zwar angehoben, aber immer noch weit unter dem benötigten liegt oder sei es, weil aus vielfältigen Gründen gar keine Rente gezahlt wird. Die Sozialhilfe wurde nämlich nicht verändert. Wenn man allerdings die Zeitung aufmerksam liest, muss man auch dafür beten, dass die Rente auch weiterhin ausgezahlt wird, viele andere Zahlungen werden eingefroren oder gar ganz gestrichen.

So ergibt sich ein weiteres Feld, welches verstärkte Unterstützung bedarf, nämlich die der gesamten Gesundheitsvorsorge. Ein neues Gesetz besagt, dass jeder Arztbesuch vom Patienten mit einer festen Summe bezahlt werden muss (hört sich ähnlich an, wie die Praxisgebühr in Deutschland). Dazu trägt die Krankenkasse kaum noch Behandlungskosten, selbst die früher üblichen Beihilfen für Medikamente werden nur noch spärlich geleistet.
Wir werden über den Sommer wohl vermehrte Anfragen bekommen, finanziell bei der Beschaffung von Medikamenten und sonstigen Ausgaben für Behandlungen mitzuhelfen. Im Mai und Juni brauchten wir dafür schon jeweils ca. 300 Euro, wir rechnen mit steigender Tendenz.

Vielen herzlichen Dank, dass Sie uns auch für diese Unterstützung Geld in ausreichender Höhe zur Verfügung stellen. Wir dürfen uns zuversichtlich jeder Not entgegenstellen, weil wir mit Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender zuverlässige Partner haben, die uns nun schon über so viele Jahre die Treue gehalten haben. Gott segne Sie reichlich dafür. Wir können Gott nicht genug danken, dass er immer wieder Menschen bereit macht, dieses Projekt zu unterstützen und uns damit immer genug Mittel gibt, den Rentnerinnen und Rentner des Evangelischen Kirchenbezirkes Hermannstadt ein würdevolles Leben im Alter zu ermöglichen.

Im Herbst werde ich Ihnen dann berichten, wie sich die Lage entwickelt hat, wie hoch die Unterstützung über den Sommer war und wie unsere Rentnerinnen und Rentner mit der neuen Situation im Gesundheitswesen zurecht gekommen sind. Es wurde angekündigt, dass die Energiepreise in nächster Zeit nicht angehoben würden, Erdgas soll sogar billiger werden. Ob es sich wirklich einmal einpendelt und sich das Verhältnis zwischen Rente und Energiekosten normalisiert? Wir werden sehen und ich werde es Ihnen berichten!
Ganz herzlich danken wir auch für alle Nachfragen, Anmerkungen und Anregungen. Bitte fragen Sie auch weiterhin nach, wenn manches ungenau rüber gekommen ist. Auch wieder geht die Bitte an Sie, wenn Sie jemanden kennen, der auch gespendet hat, aber keinen Brief erhalten hat, schicken Sie uns die Adresse. Sollten die Spendenbescheinigungen nicht richtig ankommen, wenden Sie sich an die Stelle, über die Sie uns das Geld haben zukommen lassen – Adressen s. u. – damit auch dort alles richtig und gut für Sie gemacht werden kann.

Wundern Sie sich nicht darüber, dass auf den Spendenbescheinigungen die Winterhilfe und / oder Rumänien nicht vorkommt. So, wie Sie sie erhalten, akzeptiert das deutsche Finanzamt es dafür und Sie können die Spende von Ihren Steuern absetzen. Darum haben wir uns ja die deutschen Partner gesucht, um Ihnen die besten Bedingungen zu schaffen. Alles wird ehrenamtlich gemacht, von den Spenden geht also nichts in Verwaltung. Wir sind sehr dankbar für diese ehrenamtliche Hilfe aus Mönchengladbach und Obertshausen.

Wieder bekamen wir auch Grüße von den Empfängern, die ich gerne an Sie weitergebe:

Liebe Spender, einen recht herzlichen Gruß von den Alten und Leidenden Leuten, die so sehr alleine sind. Und einen großen Dank für die gute Hilfe, die Sie für uns bereit haben. Leider sind so weinige, die Zeit haben, uns zu besuchen. Noch einen recht sehr schönen Dank und alles Gute und die Gesundheit allen Spendern! Mergeln und Schönberg

An die lieben Spender! Wir möchten Ihnen vielmals Danken für Eure Liebe, die sie an uns alten Leuten bewiesen haben. Der Herr möge es Euch reichlich belohnen und vielfältig zurückgeben. Des Herrn Segen mit Euch allen. Thalheim bis Burgberg

Es danken allen herzlich aus Großau für die Winterhilfe, die uns sehr geholfen hat, im Namen aller Empfänger: Anna Z.

Möchte mich auf diesem Wege vielmals bedanken für Ihre großzügige Hilfe. Ihre schöne Spende kommt uns sehr zu Hilfe, da mein Mann eine sehr kleine Rente hat und ich noch nicht für das Rentengesetz bin, also noch immer Hausfrau. Nochmals vielen Dank und möge Gott Ihnen Gesundheit und Zufriedenheit geben. Maria M. Reußmarkt

Herzlichen Dank für die Winterspenden, an alle Menschen, die ein gutes Herz haben, und auch uns in der Not helfen. Ich freue mich sehr und wünsche Ihnen die beste Gesundheit, alles nur Gute, einen schönen Frühling. Nochmals vielen Dank und viele liebe Grüße. Sofia B.

Im Namen aller Empfänger und Mitarbeiter des Diakonieausschusses verbleibe ich in großer Dankbarkeit und mit den besten Wünschen für Sie,
mit freundlichen Grüßen
Ihre
Petra Stöckmann – Kothen
Initiatorin des Projektes
PS: Wir überarbeiten gerade die neue Homepage, schauen Sie mal rein!

Spenden über: Evangelische Kirchengemeinde Obertshausen – Hausen, Stiftung Lebenswerte
Bank: Volksbank Maingau e. G. Konto – Nr. 97390 BLZ: 505 613 15 Stichwort: Rumänien, Winterhilfe
Post: z. Hd. Roland Brosio, Mühlstr. 24, 63179 Obertshausen
Oder: Diakonisches Werk Mönchengladbach e.V. Siebenbürgenhilfe, Bank: Stadtsparkasse Mönchengladbach
Konto – Nr. 213 934 BLZ: 310 500 00 Stichwort: Winterhilfe, Hermannstadt
Post: z. Hd. Ilse Harff, Kapuzinerstr. 44, 41061 Mönchengladbach

Bittschreiben Oktober 2003

Liebe Spenderinnen, lieber Spender,

heute wenden wir uns wieder an Sie, um Ihnen die neuen Zahlen für unser Projekt Winterhilfe mitzuteilen.
Im Oktober hatten wir 67 Personen auf unserer Liste und wir haben pro Person 700.000 Lei ausgezahlt. Das entsprach pro Person 18,28 €, also 1.224,76 € zusammen. Außerdem haben wir noch 150,– € für Grippeschutzimpfungen ausgegeben.

Für November fanden sich schon bis heute weitere Personen, so dass wir mit mindestens 70 Personen rechnen werden. Die Summe von 700.000 Lei pro Person wird beibehalten. Da der Wechselkurs nur geringfügig steigt, rechnen wir mit einer benötigten Summe von mindestens 1.260,– € für den Monat November.

Dank Ihrer Spenden, auch über den Sommer hinweg, haben wir das nötige Geld für November hier schon vorliegen. Aber der Winter beginnt dann ja erst richtig und wir würden uns freuen, wenn die Spenden so weit reichen, dass wir bis April monatlich die Winterhilfe auszahlen könnten.
Wir müssen aber auch damit rechnen, dass im Laufe des Winters weitere Personen unsere Winterhilfe benötigen. Vielleicht wird es sogar nötig, die Höhe der Unterstützung anzuheben.
700.000 Lei ist eine große Summe, wenn man manche Renten anschaut, die bei 800.000 Lei monatlich liegen (Landwirtschaft). Im Blick auf manche Heizkostenrechnungen von über 3.000.000 Lei in den Wintermonaten, ist es nur ein Zeichen. Aber es ist ein Hoffungszeichen für die Empfänger, welches ihnen zeigt, dass sie in ihrer Not nicht alleine gelassen werden.

Dieses Hoffnungszeichen verdanken wir Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender, und so wie unsere Empfänger daraus Hoffnung schöpfen, so auch wir. Wir hoffen, dass Sie uns auch weiterhin bei dem Projekt Winterhilfe unterstützen! Unser Vater im Himmel wird es Ihnen reichlich vergelten!
Wir schließen diesen Brief mit den Worten des Apostel Paulus:
Ein jeder gebe, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. (2. Korinther 9,7)

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für Sie,
verbleiben wir Ihre
Dechant Pfr. Dietrich Galter
Carmen Rucareanu, Diakoniereferentin
Petra Stöckmann – Kothen, Diakonin, Koordinatorin der Winterhilfe

Bittschreiben Herbst 2005

Hermannstadt, im November 2005
Liebe Spenderinnen und Spender,
es ist an der Zeit, euch die frischen Daten der Winterhilfesaison 2005 / 2006 mitzuteilen.
Zunächst einmal danke ich im Namen der Empfänger ganz herzlich für die Unterstützung, die wir jetzt schon seit vielen Jahren durch euch bekommen. Habt vielen Dank für die kleinen und großen, regelmäßigen und unregelmäßigen Spenden, mit denen Ihr unser Projekt „Win-terhilfe“ unterstützt. Ihr helft damit vielen Rentnerinnen und Rentnern, dass sie getrost wieder einen Winter überleben können und wissen: Wenn die Not auch groß ist, sie sind nicht allein, ihnen wird geholfen!

Leider ist nach wie vor keine wirkliche Verbesserung der Lebensbedingungen für die Rentne-rinnen und Rentner in diesem Land in Sicht, so dass wir dankbar sind, dass Ihr uns auch über den vergangenen Sommer noch Gelder habt zukommen lassen, so dass wir nun getrost die nächste Saison beginnen konnten und darauf vertrauen, dass wir auch in diesem Winter vielen alten Menschen helfen können.
Der Sommer war kalt und nass in diesem Jahr, Ihr habt sicher auch von den vielen Über-schwemmungen hierzulande gehört. Gott hat uns dafür einen goldenen Herbst geschenkt, so-dass wir alle noch Sonne auftanken können, ehe die kalte Jahreszeit beginnt. Dafür sind wir alle sehr dankbar. Denn gleichzeitig wissen wir, dass wir in diesem Winter wieder mit einer Steigerung der Wohnnebenkosten um mindestens einem Drittel im Vergleich zum letzten Jahr rechnen müssen. Alles wie gehabt, möchte ich sagen, denn genauso sind auch alle anderen Preise angehoben worden, immer noch ist die wirkliche Angleichung der Renten nicht einmal im Ansatz geschehen oder gibt es regelmäßig gesicherte staatliche Unterstützungen für Men-schen in Not. Leider kann ich Euch immer noch nichts anderes schreiben, als das die Not steigt, die Liste der Bedürftigen länger wird und die Unterstützung höher ausfallen sollte als im vergangenen Jahr.
Wir sind unendlich dankbar, dass wir in euch Freunde und Helfer gefunden haben, die sich immer wieder daran beteiligen, hier Not zu lindern – obwohl das Leben in eurem Umfeld auch nicht leichter geworden ist! Gott segne euch dafür!

Nachdem es uns nicht geglückt ist, bereits im September eine grobe Planung für diese Saison zu machen, haben wir uns dazu entschlossen, im Oktober eine vorläufige Liste während der Sitzung der Helferinnen zusammen zustellen. Wir haben dann das vorhandene Geld, welches in rumänischer Währung auf dem Konto des Bezirkskonsistoriums für die Winterhilfe lag, auf diese Bedürftigen aufgeteilt.
Das Ergebnis war folgendes: 91 Personen wurden von den Helferinnen genannt, die wir in diesem Winter unterstützen sollten. Da wir knapp über 91.000.000 Lei hatten, bekam jede Person 1.000.000 Lei, das entsprach ca. 28,- €.
Es war leider auch im Oktober nicht allen Helferinnen möglich, zur Sitzung nach Hermann-stadt zu kommen. Inzwischen wurden darum weitere Personen auf die Liste gesetzt, im No-vember brauchten 99 Personen eine Unterstützung. Wir haben also ca. 2.780,- € benötigt, um diese Summe auszuzahlen. Dazu haben wir für die Helferinnen eine Grippeschutzimpfung angeboten und auch für die Personen, die von ihnen betreut werden, eine Impfung vorbereitet, die von den Ärzten im Team verabreicht wird.
Zum Glück stieg der Eurokurs hierzulande wieder ein wenig an, wenn gleich er aber noch lange nicht den Stand vom vergangenen Oktober erreicht hat.

Ich freue mich immer, wenn ich von euch Anregungen und konkrete Nachfragen bekomme, um euch dann gezielt zu informieren. Wenn man – wie ich – lange in diesem Land lebt, sieht man sicher einiges mit anderen Augen, setzt dies oder das voraus, was Ihr gar nicht wissen könnt. Ein Anregung habe ich gerne aufgegriffen und versucht umzusetzen:
Hier darum ein paar Zahlen. Ich habe für euch einmal umgerechnet, wie viel einiges, was man so täglich zum Leben braucht, kostet, damit Ihr einwenig mehr die hiesige Alltagssituation erspüren und vergleichen könnt:
Winterhilfe pro Monat 28,- €
Rentendurchschnitt in der Stadt (Arbeiter) 45,- € (ca. 1/3 der Empfänger)
Rentendurchschnitt auf dem Land (Landwirtschaft) 20,- €
Energiekosten
1 Klafter Holz 100,00 €
Gas (1 m³) 0,22 €
Strom (1 kWh) 0,12 €
Wasser (1 m³ mit Abwasser) 0,63 €
Für den Vergleich: Während der ersten Winterhilfesaison 1999 / 2000 kostete ein m³ Gas
0,09 DM. Ähnlich ist das Verhältnis auch beim Strom und Holz, mir lagen nur keine Zahlen mehr vor. Wer nicht mit Holz heizt, hat Gasanschluss, Heizöl gibt es hier so nicht.
Wasser und Abwasser fällt auf dem Land meist weg, weil die Menschen dort noch ihre eige-nen Brunnen und Sickergruben haben.
Lebensmittel, ermittelt in Hermannstadt auf dem Land
1,5 kg Brot 0,90 € 0,95 €
1 kg Mehl 0,45 € 0,70 €
1 kg Zucker 0,63 € 0,77 €
1 l Öl 0,70 € 1,20 €
1 kg Schweinefleisch 3,45 € 4,30 €
1 kg Kartoffeln 0,23 € 0,28 €
(in diesem Jahr kaum eigene Kartoffelernte bei den Betroffenen auf dem Land)
Ihr seht also, dass es bei der Unterstützung durch die Winterhilfe wirklich um Hilfe für das einfache Überleben geht, die Rentnerinnen und Rentner haben dadurch keinen Extraluxus, sondern nur eine bessere Überlebenschance.

Im Namen aller Empfänger und Verteiler – denn es tut auch den Helferinnen gut, dass sie konkret helfen können – danke ich für euer Verständnis für die Lage hier, für eure großzügige Unterstützung und bitte unseren Vater im Himmel, dass er euch dafür segnet und eure Töpfe und Krüge nie versiegen lässt (1. Könige 17, 14) und verbleibe mit den besten Wünschen für die bevorstehende Adventszeit, ein fröhliches Weihnachtsfest und Gottes Geleit für 2006
Eure
Petra Stöckmann – Kothen
Initiatorin des Projektes

Dankschreiben Juni 2005

Hermannstadt, im Juli 2005

Liebe Freunde und Spender,

bitte endschuldigen Sie, dass ich mich sehr lange nicht gemeldet habe. Zwei Begründungen möchte ich Ihnen dafür geben, um damit um Ihr Verständnis zu werben:

In diesem Winter war ich alleine für die Organisation und Verteilung der Winterhilfe zuständig, es ist leider noch keine Nachfolgerin / kein Nachfolger auf die Stelle der / des Diakoniereferentin / Diakoniereferent gefunden worden. Da mein eigentlicher Arbeitsauftrag aber nicht die Diakoniearbeit im Kirchenbezirk Hermannstadt ist, kann ich die damit verbundenen Aufgaben zeitlich nicht immer so schaffen, wie es wünschenswert wäre.

Eine zweite Begründung liegt an der leider immer noch wachsenden Not hier im Land. Zum ersten Mal haben wir in diesem Jahr die Winterhilfe nicht mit einer Ostergabe abgeschlossen, sondern stattdessen auch im Mai noch einmal eine monatliche Summe ausgezahlt und ich wollte einem Brief an Sie erst zum Abschluss der Winterhilfe 2004 / 2005 schreiben.

Ein Grund der wachsenden Not ist, dass die Energiekosten ab April um weitere 35 % angehoben wurden. Des Weiteren wurden im März etliche Steuern erhöht, die zusätzlich für Preissteigerungen sorgten. Früher waren die Begründungen für Preissteigerungen im Energiesektor immer der steigende Valutakurs. Seit letztem Herbst sinkt dieser Kurs, die Preise wurden natürlich nicht wieder gesenkt, dafür wurde uns als Begründung für die Steuererhöhung das Sinken des Valutakurses (Euro und Dollar) angegeben.
Für die Winterhilfe bedeutete dieser sinkende Valutakurs dazu noch, dass wir mehr Euro brauchten, ohne mehr auszahlen zu können. Von knapp über 40.000 Lei / Euro im Oktober steht der Kurs inzwischen unter 36.000 Lei / Euro. Bei einem Bedarf von über 67.000.000 Lei, die wir im Monat brauchten, spielt es dann doch eine nicht geringe Rolle. Aber dank Ihrer großzügigen Unterstützung konnten wir diesen Verlust noch gut auffangen!
Ab 1. Juli stand nun eine weitere Teuerung im Energiesektor an, die bei den Nebenkosten für die Wohnungen mindestens weitere 15% beträgt. Diese Teuerungen lösen natürlich weitere Kettenreaktionen aus, die sich besonders auch auf die lebensnotwendigen Grundprodukte auswirken wird. Es ist damit zu rechnen, dass diese Zeitbombe im Winter explodiert!

Dass das Gesundheitssystem marode ist, auch wenn es in der Theorie wohl von europäischen Experten gelobt wird, weiß man hier inzwischen. Jetzt kam es zu einem besondern Knall: Die Krankenhäuser wurden mehrere Wochen nicht mehr mit Medikamenten, Pflegematerialien und sonstigen Utensilien beliefert, weil sie zu hohe Schulden hatten, zur gleichen Zeit gab es auch keine vergünstigten Medikamente mehr in den Apotheken, weil die Krankenkasse diese nicht gezahlt hatte.
Inzwischen wurde hier wieder eine relative Normalität hergestellt, es wurde weitere Gelder zur Verfügung gestellt, aber die vergünstigten Medikamente werden nach wie vor nicht in dem Maße ausgegeben, wie sie benötigt würden. Seit diesem Frühjahr gibt es nämlich zusätzlich eine finanzielle Grenze, mehr als für 1.000.000 Lei im Monat kann pro Person nichts vergünstigt abgegeben werden. Blutdruckpräparate z. B. für einen Monat übersteigen diese Summe, ein Päckchen mit 30 Tabletten kosten an die 2.000.000 Lei. Die Folge ist, dass viele chronisch Kranke sich ihre benötigten Medikamente nicht mehr leisten können.

Die Rentenangleichung wird, wie nun schon seit geraumer Zeit, weiter betrieben, aber immer noch steht diese Angleichung in keinem Verhältnis zu den steigenden Preisen. Es wird keineswegs an den Preissteigerungen angepasst, sondern lediglich einige Prozente angehoben.

Sie sehen also, dass unser Projekt Winterhilfe nach wie vor wichtig und bitter nötig ist. Wir starteten im Oktober mit 80 Personen und hatten ab März dann 97 Personen auf unserer Liste. Es ist keineswegs abzusehen, wie viele Personen im nächsten Winter noch dazu kommen werden.
Der Schwerpunkt liegt weiterhin bei den evangelischen Rentnerinnen und Rentner, weil sie fast alle ohne Familie überleben müssen. Nachbarn helfen bei vielen Aufgaben, aber die Rechnungen zahlt ein Nachbar ja nicht aus seiner Tasche.
Bei der Unterstützung für die Beschaffung von Medikamenten helfen wir natürlich einem breiteren Kreis, vor allem auch Familien und vielen jüngeren und chronisch Kranken.

Von den Empfängern der Winterhilfe darf ich Ihnen herzliche Grüße ausrichten, sie sagen alle „Vielen Dank und vergelt’s Gott“. Wenn die Unterstützung auch nicht riesig erscheint, so zeigt die Winterhilfe den betroffenen Menschen doch vor allem, dass sie in ihrer Not nicht alleine gelassen werden. Immer noch übersteigt die Winterhilfe bei etlichen Empfängern die Rente, so können Sie sich vorstellen, wie die Versorgung hier aussieht und nachvollziehen, dass es etlichen Empfängern peinlich wäre, wenn wir eine höhere regelmäßige Summe im Monat auszahlen würden.

Am zweiten Dienstag im September, also am 13. 9., werden wir im Helferinnenkreis des Bezirkskonsistorium wieder beraten, wie hoch im kommenden Winter die Winterhilfe sein soll und für Oktober eine Liste der Personen aufstellen, die von uns unterstützt werden müssen. Ich bin aber davon überzeugt, im Laufe des Winters wird sich diese Liste verändern.
Nach meiner heutigen Einschätzung werden wir wohl auch im nächsten Winter monatlich mindestens 2000 € benötigen, um die Winterhilfe auszahlen zu können. Dank Ihrer großen Unterstützung darf ich aber getrost dem nächsten Winter entgegen sehen, das Geld für die ersten Monate liegt bereits hier! Vielen herzlichen Dank!

Darf ich Sie noch einmal daran erinnern, dass wir von der Evangelischen Kirchengemeinde Obertshausen – Hausen einem anderen Konto zugeteilt wurden, die Nummer finden Sie wie immer unten!

In herzlicher Verbundenheit und großer Dankbarkeit grüße ich Sie, auch im Namen der Mitarbeiter des Kirchenbezirkes Hermannstadt und des Dechanten, ganz herzlich und wünsche Ihnen einen gesegneten Sommer!
Ihre
Petra Stöckmann – Kothen, Diakonin
Initiatorin der Winterhilfe im Kirchenbezirk Hermannstadt