Situationsbeschreibung Sommer 2002

HTML clipboard

1.    
Ziel des Projektes

 

Alten Menschen, deren
Renten nicht ausreichen, im Winter mit Hilfe von Geldspenden ermöglichen, ihre
Wohnnebenkosten, wie Gas oder Holz, Strom und Wasser zu bezahlen. Ebenso eine
finanzielle Unterstützung bei der Beschaffung von Medikamenten.

 

 

2.    
Situationsbeschreibung

 

Eine Angleichung der Renten
an die tatsächlichen Kosten erfolgte in den vergangenen Jahren in Rumänien
nicht. Während die Kosten für Gas und Strom in den vergangenen Jahren jeweils um
70 bis 100 % innerhalb eines Jahres angehoben wurden, wurden die Renten nur
jeweils zum Quartal um 3 – 5 % erhöht. Mit der Erhöhung der Energiekosten ist
immer auch eine Preissteigerung bei Lebensmitteln einhergegangen.

 

Die Winterhilfe versucht
die Not der Rentner einwenig zu lindern, in dem wir im Winter monatlich ein
feste Summe an diese Menschen auszahlen.

 

 

3.    
Verteilungssystem

 

Seit vielen Jahren gibt es
im Kirchenbezirk eine Gruppe Frauen, die in den Dörfern und Städten alte und
schwache Menschen betreuen. Diese Helferinnen kennen die Situationen ihrer zu
betreuenden Menschen gut und können darum gut abschätzen, wer im Winter mit der
eigenen Rente auskommt und wem wir helfen müssen. Gemeinsam planen wir in jedem
Spätsommer, wie hoch die Hilfe sein sollte und wie vielen Menschen diese Hilfe
gegeben werden sollte.

 Neben den evangelischen
Gemeindegliedern, die uns natürlich in erster Linie am Herzen liegen, werden
auch die Nachbarn immer mit bedacht. 

 4.    
Winterhilfe 2002 / 2003

 Nachdem in den ersten
Jahren etwa 10 bis 20 Personen auf unserer Liste standen, stieg die Zahl im
vergangenen Jahr auf über 40 Personen an.

Die Höhe der monatlichen
Hilfe betrug in den ersten Jahren ungefähr 10, — DM.

In diesem Winter stehen auf
unserer Liste über 60 Personen und wir haben eine monatliche Hilfe von 500.000
Lei veranschlagt, das sind jetzt (Oktober) ca. 15,– €, pro Person.

 Mit Gottes Hilfe bekamen
wir in den vergangenen Jahren immer ausreichend Mittel, um die Winterhilfe
auszuzahlen. Wir vertrauen darauf, dass wir auch in diesem Winter diese Hilfe
anbieten können.

 5.    
Spendemöglichkeit

 Dankenswerterweise wurde
uns von der Evangelischen Kirchengemeinde in Obertshausen – Hausen ein Konto zur
Verfügung gestellt, auf dem wir Ihre Spenden sammeln können.

 Sie wollen mithelfen, das
wir dieses Projekt auch in Zukunft realisieren können, dann spenden Sie auf
folgendem Konto:

 Evangelische
Kirchengemeinde Obertshausen – Hausen

Bank: Volksbank Maingau e.
G.

Konto – Nr. 200 10

BLZ:  505 613 15

 Stichwort: Rumänien,
Winterhilfe

 Sie bekommen
umgehend eine Spendenquittung.

Dankschreiben Sommer 2002

AKTION WINTERHILFE 2001 / 2002

 

 


Hermannstadt, im Sommer 2002

Liebe Spenderinnen und Spender,

 

herzlich danken wir Ihnen für Ihre
Unterstützung unserer Winterhilfe, die wir nun schon im dritten Winter, dank
Ihrer Spenden, im Kirchenbezirk Hermannstadt leisten konnten.

Ostern lag in diesem Jahr sehr früh, so dass
wir den Abschluss der Winterhilfe in diesem Jahr nicht als Ostergabe bezeichnen
können, sie aber nichts desto trotz im April ausgezahlt haben.

Auch in diesem Jahr wurden die bedürftigen
Gemeindeglieder innerhalb der Stadt und den zu uns gehörenden 56 Landgemeinden
mit der Winterhilfe bedacht und auch in diesem Jahr schlossen wir die
Winterhilfe mit einer größeren Gabe im Monat April ab.

Das Jahr 2001 hat der rumänischen
Bevölkerung eine unheimliche Preissteigerung gebracht, die besonders durch
ständig angehobene Energiekosten verursacht wurde. So betrug die Preissteigerung
beim Erdgas über 100%, Strom lag nur knapp darunter. Logische Folge ist
natürlich, dass auch die Lebensmittelpreise davon stark betroffen waren. Diese
Preissteigerungen gingen im ersten Halbjahr 02 unverändert weiter.

Aus diesem Grunde waren im vergangenen
Winter 50 Personen auf unserer Liste, die eine regelmäßige Unterstützung von
umgerechnet ca. 10 Euro im Monat bekamen. Zusätzlich gaben wir für 10 Personen
eine Unterstützung für den Brennholzkauf im Oktober. Auch eine
Grippeschutzimpfung konnten wir wieder anbieten und beim Einkauf von
Medikamenten mit unterschiedlichen Geldsummen helfen.  

Für die Gabe zum Abschluss der Winterhilfe
01 / 02 gaben wir ca. 17 Euro pro Person. Damit bekamen die Empfänger ein
kleines Polster, mit dem sie hoffentlich gut über den Sommer kommen können.

 

Unser Vater im Himmel hat uns in den
vergangenen Wintern immer ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt und Ihnen,
liebe Spender, unsere Winterhilfe ans Herz gelegt, so dass wir im Vertrauen auf
diesen unseren Vater im Himmel auch für den kommenden Winter wieder die
Bedürftigen im Bezirk Hermannstadt unterstützen werden.

So werden wir im kommenden Winter also
wieder eine Winterhilfe anbieten, denn wie auch in den vergangenen Jahren geht
die Preissteigerung weiter und die Rentenangleichung hinkt weit hinterher.

Wir gehen davon aus, dass wir ab Oktober
sicherlich wieder mindestens 50 Personen haben werden, die wir unterstützen
müssten und etwa 15 Euro pro Person und Monat ausgeben werden. Die
Grippeschutzimpfungen und Brennholzeinkäufe möchten wir im kommenden Winter auch
wieder ermöglichen, so wie Schwerkranken bei der Beschaffung von Medikamenten
behilflich sein. 

 

Als „Vitamine fürs Herz“ bezeichnen unsere
Empfänger Ihre Spenden. Ein paar Worte dieser Menschen, die überaus dankbar für
diese Hilfe sind:

„Liebe ist das einzige Taschentuch, dass die
Tränen der Traurigen trocknet.“

„Ihre alten kranken Mütterchen aus
Siebenbürgen / Hermannstadt bedanken sich recht schön für die Spende und jede
küsst Dir Dein goldenes Herz. „Gott vergelt’s.“ Mit Liebe die alten Mütterchen.“

Am Ende dieses Briefes finden Sie noch die
Zeilen einer älteren Dame aus einem Dorf ca. 20 km von Hermannstadt entfernt,
ich habe es wörtlich abgeschrieben.

Vielen herzlichen Dank also besonders auch
im Namen der Empfänger der Winterhilfe!

In der Hoffnung auch weiterhin mit Ihnen in
Kontakt zu bleiben

verbleiben wir im Namen des gesamten
Diakonieausschusses des Kirchenbezirkes Hermannstadt

 

mit den herzlichsten Grüßen

Ihre

 

 

Dechant Pfarrer Dietrich Galter

Diakoniereferentin Carmen Rucareanu

Diakonin Petra Stöckmann – Kothen

 

 


www.winterhilfe.das-gute-haus.de


E-Mail:


winterhilfe@das-gute-haus.de

 

 

 

 

Sehr geehrte liebe Freunde,

 

ich bin Susanna Lösch, 92 Jahre, aus dem
Dorf Rothberg, Kreis Hermannstadt.

Schreibe im Namen aller, Rothberg und
Thalheim, um mich bei Ihnen zu bedanken für die großartige Hilfe, die Sie mit
Ihren Spenden an uns getan, seit dem Herbst 2001 bis ins Frühjahr 2002.

Gott gebe Ihnen die beste Gesundheit und nur
Gutes.

Sie haben mit dem geschenkten Geld das wir
durch Frau Pfarrer Petra erhalten haben, nicht nur unsere alten schwachen Körper
gewärmt, sondern auch unsere Seelen.

Der Winter war kalt und lang, unsere Renten
klein, trotzdem wir ein Leben lang schwer auf dem Feld gearbeitet haben.

Rothberg und Thalheim waren einst schöne
sächsische Dörfer. Durch Krieg und Auswanderung sind wir nur wenige geblieben.

Unser Dank geht auch an das Evangelische
Bezirkskonsistorium A. B. Hermannstadt, die uns mit Lebensmittel und Kleidung,
so wie auch mit Medikamenten helfen.

 

Herzliche Grüße und alles Liebe aus Rothberg
und Thalheim

 

Susanna Lösch

Projektbeschreibung 2000

HTML clipboard

Winterhilfe im Kirchenbezirk Hermannstadt / Sibiu

Die Beschreibung eines Projektes, Menschen in Not zu
helfen.

 

1. Situationsbeschreibung

Durch die massive Auswanderung der Siebenbürger Sachsen
nach der Wende 89/90 blieben besonders die alten und alleinstehenden Menschen in
den evangelischen Gemeinden zurück. Für diese wurde es immer schwerer, sie
wurden älter, vielfach pflegebedürftig, und waren mehr und mehr auf Hilfe
angewiesen. Um dieser Not entgegen zu wirken, suchte die Kirche Frauen, die noch
gut in der Lage waren, Bedürftige zu betreuen. Daraus entstand ein
Helferinnenkreis, zu dem auch Krankenschwestern und Ärzte zählen, die für ein
Taschengeld die bedürftigen Gemeindeglieder vor Ort in ihren Dörfern, Kleinstädten
und Hermannstadt betreuen.
 

Im September 1999 berichtet uns einer dieser Helferinnen,
dass eine alte Frau in der Stadt ihre Rechnungen für Gas und Strom nicht mehr
bezahlen könne, die Rente reiche nicht für diese Summen. Im September war es
noch warm und wir wussten, dass es im Winter für diese Frau unmöglich werden würde,
ihre Wohnung warm und hell zu bekommen. Außerdem waren alle Beteiligten davon
überzeugt, dass es nicht bei dieser einen Person bleiben würde, die Renten
werden auch bei vielen anderen nicht reichen.

 

2. Das Projekt

Im Diakonieausschuss des Kirchenbezirkes überlegten wir
dann, wie wir helfen könnten. Zu nächst schrieben wir an unsere Freunde und
erbaten Geld, um eine Winterhilfe ins Leben zu rufen. Gott sei es gedankt, dass
viele auf diese Briefe reagierten.

So war es uns im Winter 99 / 00 möglich, alten Menschen,
die sich in besonders schwerer materieller Not befanden, finanziell zu helfen.
Durch sehr großzügige Spenden konnten wir auch in diesem Jahr ab November
diesen Menschen im Winter eine Unterstützung zukommen lassen.

Winter in Rumänien bedeutet nicht nur das sinken der
Temperaturen, sowie Regen und Schnee, er bedeutet auch für viele Rentner in den
Blockwohnungen unbezahlbare, pauschale Betrieskosten, welche die Renten, von zum
Teil nur 500.000 Lei (weniger als 50, — DM) weit übersteigen. Hinzu kommen
noch die ständig steigenden Preise für die elementarsten Dinge, wie Brot,
Medikamente oder Telefon.

Nach der großen Dürre im vergangenen Sommer sind die
Preise im Vergleich zum Vorjahr um ein Vielfaches gestiegen, auch die Kosten für
Gas / Fernwärme, Strom, Telefon und Wasser steigen weiter an. Im Gegensatz dazu
wurden die Renten so gut wie gar nicht angehoben.

 

3. Die Hilfe

Wir vom diakonischen Dienst und der Altenbetreuung des
Kirchenbezirkes versuchen mit Medikamenten und einigen Lebensmitteln, sowie mit
regelmäßigen Hausbesuchen und Hauswirtschafthilfen, die Not zu lindern. Ohne
die Spenden für die Winterhilfe aber, wäre all dies im letzten Winter für die
15 ärmsten unserer Gemeindeglieder nur kosmetische Hilfe geblieben, da man mit
einem Kilo Zucker und einem Liter Öl keine Heizung bezahlen kann.

Neben den regelmäßigen Unterstützungen konnten wir auch
in beiden Wintern etlichen Menschen auf den Dörfern eine einmalige Unterstützung
gewähren, damit sie ihr Holz für den Winter kaufen konnten. Und wir konnten
immer wieder bei akuten Notfällen aushelfen.

Für diesen Winter stehen etwa doppelt so viele Menschen
auf unserer Liste, die wir regelmäßig unterstützen müssen. Für diese
Menschen würde es sonst bedeuten, vom Wärmenetz abgeschnitten zu werden und in
der kalten Wohnung zu versuchen, den Winter zu überleben.

Wie auch im vergangenen Winter geben wir die Spenden wieder
in kleinen „Portionen“ an diese Menschen weiter. Sofern die Mittel reichen,
werden wir die Winterhilfe bis einschließlich Ende März 2001 betreiben und,
wie auch im vergangenen Jahr, mit einer Ostergabe beenden.

 

3. 1. Wem helfen wir

Bei den Menschen, denen wir mit unserer Winterhilfe eine
Unterstützung geben, handelt es sich natürlich nicht nur um evangelische
Gemeindeglieder. Sie sind uns meist näher, weil der Kontakt auch durch die
Pfarrer da ist. Aber da auch die Helferinnen nicht nur evangelische
Gemeindeglieder betreuen, haben wir auf unserer Liste Menschen aus allen
ethnischen Gruppen. Denn wir möchten gerne, dass vielen Menschen in Not
geholfen wird.

 

3. 2. Wie helfen wir

Die Winterhilfe wird immer den jeweiligen Helferinnen übergeben,
die dann das Geld weiterreichen. Sie kennen die Situationen der Menschen am
besten und wissen auch, wie das Geld am besten übergeben wird, bzw. davon die
Rechnungen zu zahlen sind.

 

3. 3. Wie können Sie helfen

Die ganze Aktion läuft über den Diakonieausschuss des
Kirchenbezirkes, so dass uns keine besonderen Verwaltungskosten entstehen. Das
Geld kommt also ganz den Bedürftigen zu gute.

Eine besonders große Hilfe ist auch, dass wir über die
Evangelische Kirchengemeinde Obertshausen ein Konto in Deutschland bekommen
haben, über das wir die Gelder direkt empfangen können. Außerdem können
unsere Spenderinnen und Spender eine Spendenquittung erhalten und haben einen günstigen
Weg, um uns die Spenden zukommen zu lassen. 

 

4. 1. Verantwortlich für die Winterhilfe sind

Dechant Pfarrer Dietrich Galter, Kirchenbezirk Hermannstadt

Diakon Jörg Georgi, Diakoniereferent Kirchenbezirk
Hermannstadt

Diakonin Petra Stöckmann – Kothen, Diakoniebeauftragte
der Landeskirche

 

4. 2. Postanschrift:

Bezirkskonsistorium Hermannstadt

Piata Huet 4

RO – 2400 Sibiu

Tel.: 0040 – 69 – 210533

 

4. 3. Spendenkonto in Deutschland:

Evangelische Kirchengemeinde Obertshausen – Hausen

Volksbank Maingau e.G.

Kontonummer  200
10

BLZ  500 613 15

Stichwort: Winterhilfe Rumänien

Dankschreiben aus dem November 2002

Winterhilfe 2000 / 2001

Hermannstadt im September 2000

Ganz Europa scheint geschockt durch die ständig steigenden
Preise für Benzin, Diesel und Heizöl. In jeder Nachrichtensendung ist das
Thema präsent und es mangelt nicht an Prognosen, wie weit Deutsche, Spanier
oder Franzosen in diesem Winter tiefer in die Tasche greifen müssen.

In Rumänien treiben die steigenden Rohölpreise alle
Preise, einschließlich der Grundnahrungsmittel, in die Höhe. Verschärfend
kommt hinzu, dass wir in diesem Sommer die größte Trockenheit seit 1947
erlitten haben, wodurch die Erträge der Landwirtschaft im Vergleich zum Vorjahr
um 50 % zurück gingen.

Ein kleines Brot kostet jetzt 8000 Lei, ca. 80 Pf, oder
aber 1,5 %  einer Monatsrente. Wenn
man dieses auf deutsche Verhältnisse umrechnet, so würde ein Rentner mit 1500
DM Rente 22,50 DM für ein Brot bezahlen.

Das Hauptproblem, vor dem wir auch in diesem Winter stehen,
ist wiederum die Heizrechnung unserer ärmsten Gemeindeglieder in den
Bockwohnungen in Hermannstadt und den anderen Städten unseres Kirchenbezirkes.
Für eine Zweizimmerwohnung werden Betriebskosten von ca. 1.200.000 Lei
vorausgesagt, welches das doppelte einer Monatsrente von vielen unserer
Gemeindeglieder darstellt.

Nach 10 Jahren Misswirtschaft sind weite Teile der Bevölkerung
verarmt und gerade unter den Rentnern gibt es fast niemanden mehr, der
materielle Reserven hat.

Die seelische Verfassung einiger unserer Gemeindeglieder
ist dementsprechend erschreckend. Wir, die Mitarbeiter im diakonischen Dienst im
Kirchenbezirk Hermannstadt, versuchen sie so gut es geht zu beruhigen und ihnen
zu versichern, dass es Menschen gibt, die ihnen beistehen.

Eine Veränderung der sozialen Lage unserer Rentner ist
kaum zu erwarten. Im November werden die Rumänen zur Wahl gerufen und die
Prognosen sagen einen sicheren Wahlerfolg der Altkommunisten voraus, was, so
denke ich, sehr deutlich die Stimmung im Land wiederspiegelt.

Sie haben uns im letzten Winter sehr geholfen und wir würden
uns freuen, wenn sie uns auf im kommenden beistehen.